RECLAIMING

Die Laube, mit Bannern verschiedener stadtpolitischer Bewegungen aus Berlin und Madrid behängt

Die Laube, mit Bannern verschiedener stadtpolitischer Bewegungen aus Berlin und Madrid behängt


Deutsch unten auf der Seite

Michelle Teran organized in cooperation with the Neighborhood Academy  a workshop on reclaiming and right to the city movements, trying to understand them also as a form of collective learning. The results will be presented in a public performance.

Public performance

In the Reclaiming-Workshop, we  exchanged models and strategies on the relations between places, materials and performative actions that are produced in the context of reclaiming. The workshop is part of the Neighborhood Academy program of 2016, which focuses on forms of collective learning. We introduced participatory models and methodologies for collective learning developed inside and outside of Berlin (Paris, Madrid) which exercise collective power to reshape the process of urbanisation (Harvey, 2008), by using community toolkits that combine online and physical interactions. The focus was on an exchange and discussion of practical case studies, which provide the basis for the production of knowledge and ideological positions for grass-roots political and social movements against property speculation and privatization of public space.

We presented the results of the Reclaiming-Workshop publicly on Thursday 11th of August. This public event presented case studies introduced within the workshop through the public and collective reading of manuals, manifestos, open letters, pamphlets and other materials produced by various grassroots initiatives and affinity groups connected by the fight for the right to the city, and strategies for reclaiming. The event was a space for sharing proposals and initiatives and new forms of collective action. The public act of reading is the act of making public the physical artifacts of ongoing activities, many times the only traces of a ceaseless flow of activity that often goes undocumented. This event proposes that the public reading and exchange of these materials creates a bridge for dialogue and collective knowledge, building up a public archive through the circulation of instructions and recipes for living.

Invited groups for the Workshop:
Stadt von Unten, Kotti & Co, Mietshäusersyndikat, Stille Straße, Bizim Kiez, Allmendekontor, 100& THF
PAH / Obra Social

The workshop was held by the Berlin and Madrid based artist Michelle Teran. Michelle claims a hybrid practice that links political and social involvement to contemporary art actions. Currently she is developing a series of works that examine crisis subjectivities within the scope of recent (post-2011) political movements. Since 2013 she has been closely connected to housing movement in Spain and produced films, materials and performances around the ongoing work of the Stop Desahucios (Stop Evictions) movement and the PAH.

emilio

Aditionally we presented Michelle Teran’s new documentary DIGNIDAD / DIGNITY on the Spanish housing movement

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Einladung in Deutsch

Michelle Teran hat in Kooperation mit der Nachbarschaftsakademie einen Workshop zu den Themen reclaiming / Wiederaneignung und Recht auf Stadt organisiert. Wir verstehen die mit diesen Fragen verbundenen Bewegungen dabei auch als eine Form kollektiven Lernens. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einer öffentlichen Performance präsentiert.

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Öffentliche Präsentation

Der Workshop hat dazu beitragen, sich zu Modellen und Strategien der Wiederaneignung auszutauschen. Es geht dabei um das Verhältnis zwischen Ort, publizierten Materialien und performativen Handlungen, die jeweils in solchen Prozessen von Wiederaneignungen entstehen. Der Workshop ist Teil des Programms der Nachbarschaftsakademie für 2016, das sich dem Thema kollektives Lernen widmet. Wir haben mit Hilfe von Beispielen von außerhalb Berlins (Paris, Madrid) partizipatorische Modelle und Methoden vorgestellt, die zu einem kollektiven Lernprozess beitragen. Es geht um die „Ausübung kollektiver Macht zur Veränderung des Urbanisierungsprozesses“ (David Harvey), insbesondere durch community-basierte Handlungsstrategien, die digitale wie physische Interaktionen miteinander verbinden. Der Fokus lag auf dem Austausch und der Diskussion zu praktischen Fallbeispielen. In ihnen werden Wissen und politischen Positionen für soziale und politische Graßwurzelbewegungen erarbeitet, die sich gegen Spekulation und Privatisierung richten.

In einer öffentlichen Lese-Performance haben wir die im Reclaiming-Workshop bearbeiteten Fallbeispiele vorgestellt. Manuals, Manifeste, Öffentliche Briefe, Pamphlete und andere Materialien, die von Graswurzel-Initiativen und andere Gruppen aus der Recht-auf-Stadt-Bewegung produziert wurden, wurden öffentlich vorgelesen. Die Veranstaltung sollte einen Ort schaffen, um Vorschläge, Initiativen und neue Formen kollektiven Handelns miteinander zu teilen. Mit dem öffentliche Akt des Vorlesens sollten die physische Produkte von laufenden Aktivitäten öffentlich hörbar gemacht werden. Sie sind oftmals die einzigen Spuren eines nicht-dokumentierten Flusses von Aktivitäten. Mit der Veranstaltung wollen wir eine Brücke des Dialogs und kollektiven Lernens bauen und durch das öffentlichen Lesen und das Zirkulieren dieser Materialien zu einem lebendigen öffentlichen Archiv beitragen.

Zum Workshop eingeladene Gruppen:
Stadt von Unten, Kotti & Co, Mietshäusersyndikat, Stille Straße, Bizim Kiez, Allmendekontor, 100% THF,
PAH / Obra Social

Der Workshop wurde organisiert von der in Madrid und Berlin lebenden Künstlerin Michelle Teran. Michelle arbeitet mit hybriden Praktiken, die politisches und soziales Engagement mit zeitgenössischen künstlerischen Arbeitsweisen verbinden. Derzeit entwickelt sie eine Serie von Arbeiten, die Krisen-Subjektivitäten im Kontext der jüngsten, nach 2011 entstandenen politischen Bewegungen untersuchen. Seit 2013 ist sie eng verbunden mit den Bewegungen zur Wohnungsfrage in Spanien und hat in diesem Zusammenhang Filme, Materialien und Performances zu Initiativen Stop Desahucios (Stop Zwangsräumungen) und PAH (Plataforma de Afectados por la Hipoteca, Plattform für die von Hypotheken Betroffenen) gemacht.

Zusätzlich zum Workshop haben wir am 4. August  Michelle Terans Dokumentarfirm DIGNIDAD / Dignity in der Nachbarschaftsakademie gezeigt.

emilio