Die Nachbarschaftsakademie Prinzessinnengarten ist ein Gemeinschaftsprojekt und offen für alle Interessierte. Sie ist hervorgegangen aus einer Initiative von Åsa Sonjasdotter (Freischaffende Künstlerin), Marco Clausen (Prinzessinnengarten), Elizabeth Calderon Lüning (common grounds e.V.) sowie Christa Müller, Andrea Baier und Karin Werner (anstiftung).

Kontakt: nachbarschaftsakademie@prinzessinnengarten.net

 



Ort: Prinzessinnengärten am Moritzplatz Berlin-Kreuzberg


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Kuratorisches Team

 

Åsa Sonjasdotter ist bildende Künstlerin. Ihr künstlerisches Engagement zeichnet sich dadurch aus, dass es sich über längere Zeiträume gemeinsam mit den eingebundenen Teilnehmern und den erforschten Gegenständen entwickelt. In ihrem Langzeitprojekt Potatoe’s Perspective untersucht Sonjasdotter am Beispiel von Kulturpflanzen die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen. Sie lehrte an der Akademie für zeitgenössische Kunst in Tromsø, Norwegen. Zwischen 2007 und 2014 hat sie wesentlich zum Aufbau der Akademie beigetragen. Sonjasdotter war daneben Gründungsmitglied der feministischen Kunst- und Aktions-Gruppe Women Down the Pub (1996 bis 2005). Zu ihren jüngst umgesetzten Projekten zählen Une histoire de météorologie, de nourriture et de révolution (Musée de la Chasse et de la Nature et L’Institut suédois, Paris, France 2015); Tote Wespen fliegen länger: bewegte Natur-Kulturen (Museum für Naturkunde Berlin, Deutschland 2015) Native Food and Invasion (Sapporo International Arts Festival, Sapporo, Japan, 2014).

 

Marco Clausen ist Historiker und Mitbegründer des Prinzessinnengartens. Hier hat er seit 2009 den Aufbau des gemeinnützigen Projektes und der Gartengastronomie unterstützt und das Buch Prinzessinnengarten. Anders gärtnern in der Stadt (Dumont) mit herausgegeben. Zudem hat er die die Kampagne Wachsen lassen! initiiert. Diese hat mit über 30 000 UnterstützerInnen 2012 für einen Verbleib des Prinzessinnengartens am Moritzplatz bis 2018 gesorgt. Aus dem stadt- und stadt-land-politischen Engagement und den daraus sich entwickelnden Netzwerken ist der von ihm verantwortete Bereich urbane Resilienz des Prinzessinnengartens hervorgegangen. Hier kümmmert sich Clausen um Publikationen, Vorträge, Programmorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, internationalen Austauschprojekte sowie Ausstellungsbeiträge zu den Themen zukunftssichere Stadtentwicklung und Stadt-Land-Beziehungen. Ihm liegt am Aufbau von Schnittstellen zwischen Bottom-Up-Projekten, Politik, Kunst und Wissenschaft. Clausen engagiert sich in unterschiedlichen Netzwerken zu Fragen der urbanen und ländlichen Commons, des Community Organizings, der Partizipation, des Verhältnisses von Stadt und Ernährung sowie der Nahrungsmittelsouveränität und hat u.a. zusammen mit der anstiftung und weiteren GartenaktivistInnen das Urban Gardening Manifest mitinitiiert.

Organisation / Leitung Einzelprojekte

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Elizabeth Calderón Lüning (common grounds) ist Politologin und Mitgründerin von common grounds e.V.. In Kolumbien hat sie mit und für Binnen-Vertriebene gearbeitet und sie bei der Selbstorganisation unterstützt. Begleitend hat sie zum Thema Zivilgesellschaft und Finanzierungsmodelle geforscht. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin war sie an dem Aufbau und der Entstehung des Prinzessinnengartens beteiligt. Momentan arbeitet sie an der Projektorganisation und -planung der Nachbarschaftsakademie und als Beraterin bei dem Aufbau urbaner Gärten in unerwarteten Räumen. Mit den vom Umweltbundesamt geförderten Projekten Neues urbanes Grün und LebensMittelPunkt hat sie mehrere urbane Gärten bei der Gründung begleitet und unterstützt Gemeinschaftsgärten und andere Initiativen bei der Entwicklung von partizipativen Organisationsstrukturen.

Der Verein common grounds engagiert sich für resiliente Stadtentwicklung, neue Stadt-Land-Beziehungen und Zukunft der Ernährung. Er unterstützt und berät Menschen und Organisationen dabei, ihr Handeln im Alltag so zu gestalten, dass sie gemeinsam zu einer zukunftsfähigen Entwicklung und zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen beitragen.

Kontakt: ecl@common-grounds.net

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Anna Heilgemeir (common grounds) studied architecture at the Technical University of Berlin and developed her thesis Coming through the Rye a large-scale urban-rural scenario of self-organized collectivization of land, space, economy and production for an affordable local food supply in Berlin – Brandenburg. She co-founded the interventionist artist collective L.A. Müller (L.A.M.) which makes social needs and social contradictions visible through oversized projections and interventionist performances in public spaces. Collaborating with clemens krug architekten, Hummel Architekten and the Mietshäuser Synikat (tenements syndicate), she has developed and implemented several projects for co-living and alternative property models.

Kontakt: ah@common-grounds.net

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Robert Burghardt (common grounds) ist Architekt und arbeitet zwischen praktischer Bauplanung und konzeptionellen Modellen, wie seinem Entwurf für ein Denkmal für die Moderne, sowie Lehre und theoretischer Auseinandersetzung mit dem politischen Potential von Architektur.  Er arbeitet selbständig in einem Netzwerk von Architekt_innen und entwickelt konkrete Projekte für gemeinschaftliche Wohnformen. In der Lehre (u.a. ADBK Nürnberg und München) arbeitet er an der Vermittlung von Architektur als gesellschaftspolitische Praxis

Kontakt: rb@common-grounds.net

Kuratorischer Beirat

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Andrea Baier ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der anstiftung. Sie studierte Entwicklungssoziologie an der Universität Bielefeld, forschte zu bäuerlichen Kulturen in Indonesien und war mehrere Jahre in Forschung und Lehre am Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld tätig. Sie ist Mitbegründerin des Instituts für Theorie und Praxis der Subsistenz. Von 2004-2006 arbeitete sie im anstiftungs-Forschungsprojekt Nachhaltige Lebensstile und Alltag; davor im BMBF-Forschungsprojekt Ansätze nachhaltigen Wirtschaftens in der ländlichen Gesellschaft. Seit 2007 ist sie in der anstiftung im Bereich Forschung und Evaluation mit den inhaltlichen Schwerpunkten Subsistenz, Regionalisierung, nachhaltige Lebensstile tätig. Letzte Veröffentlichungen: Stadt der Commonisten. Neue urbane Räume des Do it yourself (mit Christa Müller und Karin Werner) und Wie soll man gesund sein, wenn man keine Arbeit hat? Gesundheit und soziale Ungleichheit (beide bei transcript).

Christa Müller leitet die anstiftung in München. Sie studierte Soziologie in Bielefeld, Marburg und Sevilla, forschte in Spanien, Lateinamerika und Westfalen zu Bauernbewegungen und Modernisierungsprozessen. Seit 1999 arbeitet sie zu urbaner Subsistenz. 2011 gab sie den Band Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt heraus und co-kuratierte die Ausstellung Die Produktive Stadt – Designing for Urban Agriculture (TU Berlin u. TU München). Aktuell forscht sie zu Do-it-yourself-Kulturen als Netzwerke postindustrieller Produktivität. Dazu erschien 2013 bei transcript Stadt der Commonisten. Neue urbane Räume des Do it yourself (mit Andrea Baier und Karin Werner).

Karin Werner hat langjährige Feldforschungserfahrung in Ägypten, arbeitete als Research Fellow an der American University in Kairo und forschte u.a. an der UCSC in Kalifornien im Themenfeld Kulturelle Globalisierung und Neue Medien. 1999 gründete sie den transcript Verlag für Kommunikation, Kultur und soziale Praxis. Für die anstiftung ist sie als wissenschaftliche Beraterin tätig. 2013 erschien Stadt der Commonisten. Neue urbane Räume des Do it yourself (mit Andrea Baier und Christa Müller).

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